Ob in den Nachrichten, oder auf Produktverpackungen im Supermarkt – das Wort „nachhaltig“ begegnet uns in unserem Alltag ständig. Vor allem in den Medien und in der Wissenschaft wird dieses häufig begleitet von „Klimawandel“ und „Klimakrise“ – ein Thema, das große Sorge bereitet und uns alle betrifft. Um unseren Planeten, uns selbst und andere zu schützen, wird oft darauf hingewiesen „nachhaltiger zu leben“. Doch was bedeutet eigentlich „Nachhaltigkeit“?
Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg definiert den Begriff folgendermaßen:
„Nachhaltigkeit oder nachhaltige Entwicklung bedeutet, die Bedürfnisse der Gegenwart so zu befriedigen, dass die Möglichkeiten zukünftiger Generationen nicht eingeschränkt werden. Das betrifft ökologische, ökonomische und soziale Aspekte. Es geht also um einen verantwortungsbewussten Umgang mit den endlichen Ressourcen auf unserer Erde, damit heutige und künftige Generationen weltweit ein lebenswertes Leben – entsprechend ihrer Bedürfnisse – führen können.“
(Quelle: https://www.lpb-bw.de/dossier-nachhaltigkeit)
Das eigene Leben nachhaltiger zu gestalten, ist ein tolles und wichtiges Ziel. Doch dieses Vorhaben birgt auch viele Unsicherheiten und Überforderungen, gerade für junge Menschen. Fragen, die aufkommen, sind beispielsweise: Wie weiß ich, ob z. B. ein Produkt, oder eine Firma wirklich nachhaltig ist? Wie kann ich nachhaltiger leben, auch mit weniger Mitteln? Wie kann ich es denn überhaupt richtig machen, damit es etwas bringt?
Zu allererst: Es geht nicht darum, alles „richtig“ und perfekt zu machen. Jeder kleine Schritt zu einem nachhaltigeren Leben ist ein wertvoller Beitrag. Gerade junge Menschen in der Ausbildung sind ganz anders aufgestellt: Oftmals haben sie weniger Geld, weniger Entscheidungsfreiheit (z. B. beim Einkaufen oder Wohnen) und weniger Mobilität. Das können alles Faktoren sein, die ein nachhaltigeres Leben erschweren. Nichtsdestotrotz gibt es viele sinnvolle und wirkungsvolle Dinge, die bereits Schüler*innen und Auszubildende in ihrem Alltag tun können – auch ohne, dass sie dafür viel Geld, oder volle Unabhängigkeit brauchen.
Wir haben für euch eine Auswahl an Ideen zusammengestellt:
1. Weniger und bewusster konsumieren
Um Geld und Ressourcen zu sparen sowie Müll zu verhindern, kann eine einzige Frage bereits helfen. Frag dich selbst: „Brauche ich das wirklich?“ Das hilft dir auch, um dein Kaufverhalten sowie deine Kaufentscheidungen besser zu reflektieren.
2. Secondhand: Geteilte Freude ist doppelte Freude
„Gebraucht“ ist schon längst cool. Besuche Flohmärkte, nutze Secondhand-Plattformen, wie z. B. Vinted und eBay Kleinanzeigen, und veranstalte Tauschpartys mit deinen Freund*innen. Auch hier sparst du viel Geld und Ressourcen. Ganz nebenbei ist der Spaßfaktor groß!
3. Mehr pflanzlich essen
Das bedeutet natürlich nicht, dass du dich zu 100 % vegan ernähren musst. Schon ein paar fleischfreie Tage pro Woche helfen.
Auch, wenn vegane Produkte immer zugänglicher werden, wissen wir natürlich, dass Geld hier eine große Rolle spielt. Aber keine Sorge! Um sich gut pflanzlich(er) zu ernähren, müssen es nicht die veganen Alternativprodukte sein. Es gibt mittlerweile diverse YouTube-Channels, Accounts auf Social Media sowie Blogs, die dir zeigen, wie du dich pflanzlich, bunt und gesund ernähren kannst – auch mit einem kleineren Geldbeutel.
4. Müll vermeiden und richtig trennen
Die Mülltrennung ist bei uns in Deutschland etabliert. Informiere dich, in welche Tonne welcher Müll gehört (Plastik, Papier, Restmüll und ggf. Biotonne) und nutze diese einfache und tolle Gegebenheit.
Müll lässt sich natürlich nicht gänzlich vermeiden – aber gut reduzieren! Schon kleine Dinge und Routinen im Alltag machen einen Unterschied, wie z. B. die Nutzung einer wiederwendbaren Trinkflasche und das Vorkochen deiner Mahlzeiten.
5. Einkaufsliste: Regional und lokal
Regionales Obst und Gemüse zu kaufen, ist ebenfalls eine tolle Möglichkeit, um die Umwelt zu schonen. Ein Besuch zu einem lokalen Wochenmarkt wird sich hier lohnen! In Rostock finden diese z. B. regelmäßig am Doberaner Platz („Dobi“) sowie am Neuen Markt statt. Auch ein Blick in einen Seasonkalender ist hier sehr hilfreich. Ein kleines Beispiel: Erdbeeren lieber im Juni anstatt im Januar kaufen. So reduzierst du Transportemissionen und unterstützt nebenbei lokale Anbieter.
Wohnst du noch bei deinen Eltern, könntest du sie auch mit ins Boot holen und gemeinsam die nächsten Einkäufe planen. Zusammen – ob in einem Familienhaushalt, oder in einer WG – lassen sich solche Vorhaben ebenfalls gut umsetzen.
6. On the road: Nachhaltig mobil
Nutzt du weniger das Auto als dein Transportmittel Nummer 1, sparst du einiges an CO₂. Wenn es dein Wohnstandort zulässt, kannst du stattdessen dein Rad, ein E-Bike, oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen (oder natürlich auch zu Fuß gehen – die zusätzliche Bewegung ist super für deine Gesundheit). Kannst du nicht auf das Auto verzichten, sind Fahrgemeinschaften ebenfalls super. Frag doch vielleicht bei deinen Mitschüler*innen nach, ob sie in deiner Nähe wohnen.
Good to know: Bist du in Rostock gemeldet und Schüler*in der bunta, kommen keine zusätzlichen Fahrtkosten für dich auf! Dafür kannst du dich im Sekretariat melden. Dort bekommst du ein Formular. Hast du dieses ausgefüllt, gibst du es im Sekretariat wieder ab. Dieses leitet es weiter an den Verkehrsverbund. Nach der Prüfung sendet dir der Verkehrsverbund ein Ticket zu, mit dem du innerhalb Rostocks kostenfrei Bus, Straßenbahn und S-Bahn fahren kannst.
7. Bewusst mit Papier und Stift
Unsere Lehrkräfte arbeiten immer mehr mit digitalen Tafelbildern sowie mit geeigneten Lerntools und -apps.
Lies dir dafür auch gern unseren Blogbeitrag Ersti-Guide: Episode 4 – Von Lernapps & Co.: Welche Tools dir beim Lernen helfen | bunta-blog durch.
Einige unserer Schüler*innen nutzen z. B. auch Tablets, um ihre Mitschriften anzufertigen. Besitzt du ein solches Gerät nicht, können kleine Achtsamkeiten erst einmal super helfen, um deinen Papierverbrauch einzudämmen, wie beispielsweise: Alte Hefte, Zettel und Co. verwenden, bevor du neue kaufst. Doppelseitig drucken und kopieren. Recyclingpapier nutzen. Digitale Tools und Apps verwenden.
8. Deine Stimme nutzen
Wissen weitergeben, in den Austausch gehen, dazulernen und laut werden – es ist wichtig und richtig für deine Zukunft einzustehen. Wenn du dich für dieses Thema stark machen möchtest, kannst du an Infoveranstaltungen, Demos und verschiedenen Aktionen teilnehmen, wie z. B. Schulprojekte mit deinen Lehrkräften und Mitschüler*innen organisieren, gemeinsam Müll sammeln, Kleider und Co. tauschen, Infoplakate erstellen u. v. m.
Du bist oder wirst Schüler*in an der bunta und hast zu dem Thema eine Video-, Bild-, oder Blogidee? Dann meld dich gern im Marketingbüro der bunta! Wir haben eine hauseigene Social Media AG, die sich freut, deine Ideen gemeinsam mit dir umzusetzen.
9. Nachhaltig in den eigenen vier Wänden
Auch im Haushalt kannst du einiges beachten. Beispielsweise solltest du Geräte im Standby-Modus abschalten, oder eine Mehrfachsteckdose mit Schalter nutzen. So sparst du einiges an Energie. Achte auch auf dein Licht, ganz nach dem Motto: Schalte das Licht aus, wenn du einen Raum verlässt. Auch solltest du es vermeiden, gleichzeitig zu Lüften und zu Heizen. Du siehst schon – es sind wirklich die kleinen Dinge im Alltag.
Wir hoffen, dass dir diese Tipps bereits helfen und dich inspirieren konnten. Was uns selbst – gerade am Anfang – geholfen hat, nachhaltiger zu leben, war, unser eigenes Verhalten zu reflektieren.
Dafür kannst du super einen CO₂-Rechner verwenden. Hier erwarten dich oftmals mehrere, einfache Fragen. Durch deine Antworten wird ermittelt, wie groß dein CO₂-Fußabdruck ist.
Hier findest du den CO₂-Rechner vom Umweltbundesamt: https://uba.co2-rechner.de/de_DE/
Auch bekommst du hierbei Vorschläge, wie du deinen Alltag nachhaltiger gestalten kannst.
Zu guter Letzt möchten wir natürlich auch nochmal auf folgende Frage eingehen: Wie weiß ich, ob ein Produkt, oder eine Firma wirklich nachhaltig sind? Hierbei ist es wichtig, den Begriff „Greenwashing“ zu erklären. Die Deutsche Umwelthilfe definiert den Begriff folgendermaßen:
„Greenwashing kommt dann ins Spiel, wenn Unternehmen ihre Produkte oder das Unternehmen selbst als umweltfreundlich darstellen, ohne dies tatsächlich belegen zu können. Durch vage Aussagen, Verschleierung, Vereinfachung, Ablenkung von relevanten Aspekten oder die gezielte Verbreitung von Unwahrheiten entsteht der Eindruck von Umweltfreundlichkeit, obwohl keine entsprechenden Nachhaltigkeitsmaßnahmen existieren. […].“
(Quelle: https://www.duh.de/informieren/verbraucherschutz/was-ist-greenwashing/)
Wir empfehlen dir daher, dich regelmäßig zu informieren und verschiedene Marken etc. zu recherchieren. Nicht immer ist alles nachhaltig, sofern ein grünes Logo darauf gedruckt wurde.
Wir verstehen, dass das Thema „Nachhaltigkeit“ überwältigend und kompliziert erscheinen kann – das ist es teils auch. Daher lass uns gemeinsam anfangen, Stück für Stück nachhaltiger zu werden und mit bereits kleinen Routinen und Aktionen etwas zu bewegen.
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