SOZIALES

Hallo liebe Leser*innen und willkommen zum zweiten Part unseres Alumni-Interviews mit Sarah! Wir freuen uns sehr über die positive Resonanz – vielen Dank dafür!
Liebe Sarah, schön, dass du wieder dabei bist! Im ersten Part sprachen wir unter anderem über deinen Weg zur und an der bunta. Nun möchten wir über das Danach sprechen. Nach einigen Jahren an der bunta war es schließlich so weit und du hattest deinen Abschluss als Erzieher*in in der Tasche. Erinnerst du dich noch daran, wie du dich in diesem Moment gefühlt hast? Warst du eher erleichtert, stolz oder voller Tatendrang?

Direkt, nachdem ich meinen Abschluss bekommen habe, freute ich mich zunächst, dass nun alles geschafft ist. Ich habe mich nicht besonders schlecht oder gut gefühlt, um ehrlich zu sein – eher neutral.

Wir können uns auch noch gut an deine bzw. eure Feierliche Zeugnisübergabe vor zwei Jahren erinnern. Ihr habt sogar einen Song gemeinsam als Klasse performt.

Ja, genau!

Und da wart ihr unsere jüngsten Absolvent*innen – und nun seid ihr alle fest im Berufsleben angekommen! Aber apropos: Viele unserer Absolvent*innen stehen nach dem Abschluss vor der Frage: „Und was kommt jetzt?“. Einige kennen die Antwort schon ganz genau, andere sind noch unschlüssig. War dein weiterer Weg von Anfang an klar, oder hat er sich Schritt für Schritt entwickelt?

Aufgrund meiner Leistungen wusste ich schon während meiner Ausbildung, dass ein Studium für mich infrage kommt. Jedoch war der Weg von der Bewerbung bis zur Immatrikulation schwierig für mich. Das geht vielen so, vor allem denjenigen, die sich nicht mit Hochschulbewerbungen auskennen, oder noch keine Berührungspunkte mit Hochschulen generell hatten.

Es standen zwei Hochschulen für mich zur Auswahl, die beide unterschiedliche Studienmodelle sowie Inhalte anboten. Nach vielem Hin und Her hatte ich mich schließlich für Sozialpädagogik und Management im berufsbegleitenden Modell entschieden. Dann stand auch endlich fest, wo ich arbeiten werde und an welcher Uni ich nebenbei studieren möchte. Dieses Studium konnte ich zunächst perfekt mit einer Teilzeitbeschäftigung in einer Kindertagesstätte wahrnehmen.

Im Laufe der Zeit hat sich jedoch meine Arbeit im Studium sowie in der Arbeitsstelle sehr halbherzig für mich angefühlt. Ich habe daher schnell gemerkt, dass dieses Modell nicht so zu mir passt, wie ich es vermutet und es mir für mich gewünscht habe. Auch erlebte ich bei meiner Arbeitsstelle unter anderem eine angespannte Zusammenarbeit im Team sowie herausfordernde strukturelle Rahmenbedingungen. Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, wie stark die Qualität pädagogischer Arbeit von einem unterstützenden Arbeitsumfeld abhängt.

Ein Kalenderbuch, ein Bleistift, mehrere Bücher, eine Tasse Kaffee, ein Laptop und eine kleine Pflanze stehen auf einem Holztisch. Es ist ein Arbeitsplatz zum Planen und Lernen.

Was tun, wenn Studium oder erster Job doch nicht passen?

Ich habe demnach das Studium nach einem halben Jahr abgebrochen und zudem einen Versetzungsantrag gestellt. Das erzähle ich euch auch nicht, um irgendwas oder irgendjemanden Schuld zuzuschreiben, sondern um anderen – gerade jungen Menschen – Mut machen. Die Zeit damals war schon sehr herausfordernd, jedoch hat sie mir geholfen, nach dem richtigen Weg Ausschau zu halten.
Es ist nie zu spät, Dinge abzubrechen oder neu anzufangen. Erst recht nicht, wenn man eigentlich spürt, dass der Weg, den man jetzt geht, nicht der richtige ist. Du solltest nie an einem Ort bleiben, nur weil du denkst, es ist eigentlich der richtige. Ganz ehrlich, auch wenn es ein teures Studium oder ein altbekanntes Team ist – geh deinen eigenen Weg.

Es ist sehr stark und inspirierend, dass du auch über diese Phase so offen sprichst. Viele denken, ein geradliniger Lebenslauf sei der einzige richtige Weg. Dabei zeigt deine Geschichte, dass man manchmal erst durch Umwege herausfindet, was wirklich zu einem passt und dass man sich selbst vertrauen darf. Für die Leser*innen, die jetzt erst dazugekommen sind und den ersten Part noch nicht gelesen haben: Wo hat dich dein Weg schließlich hingeführt und wie sieht dein Berufsalltag heute aus?

Heute arbeite ich in einer integrativen Kindertagesstätte in Rostock. Ich bin Springerin im Kindergartenbereich und super zufrieden mit meinem Team und Arbeitsbereich. Zum jetzigen Zeitpunkt ist alles gut, so wie es ist.

Nach all dem, was du bereits geschafft hast: Gibt es noch Träume oder Ziele, die du dir für die Zukunft vorgenommen hast?

Weitere Träume oder Ziele habe ich momentan nicht. Irgendwann würde ich jedoch gerne doch noch ein Studium anstreben und in eine andere größere Stadt ziehen. Aber das liegt alles noch in der Zukunft.

Lass uns von der Zukunft nochmal zurück in die Vergangenheit gehen: Wenn du heute noch einmal der Sarah aus deiner Ausbildungszeit begegnen würdest – was würdest du ihr gerne mit auf den Weg geben?

Meinem früheren Ich würde ich gerne sagen, dass sie ein bisschen mehr chillen kann. Ich war zu verbissen auf meinen Notenschnitt. Das Wichtigste ist wirklich, wie du mit Kindern und Co. umgehst und wie du deine Haltung trotz Stress behältst und professionell die Kinder durch den Alltag begleitest.

Deine Geschichte zeigt klar, dass man den eignen Weg nicht von Anfang an komplett kennen muss. Was möchtest du deshalb den heutigen Schüler*innen mit auf den Weg geben, die vielleicht noch unsicher sind, welche Möglichkeiten ihnen nach der Ausbildung offenstehen?

Vor einem rosa Hintergrund sind mehrere Hände von Männern und Frauen. Sie halten sich gegenseitig an den Händen. Die Atmosphäre wirkt motivierend, freundschaftlich und unterstützend. Das Bild zeugt von Zusammenhalt.

Welche Möglichkeiten habe ich nach der Erzieher*innen-Ausbildung?

Ich würde Schüler*innen mitgeben, dass sie sich nicht unter Druck setzen sollten, schon heute ihren gesamten Berufsweg zu kennen. Gerade im sozialen Bereich gibt es viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln und neue Wege einzuschlagen. Die Ausbildung ist ein wichtiger Grundstein, aber sie ist längst nicht das Ende des Lernens.
Wer offen bleibt, neugierig ist und Freude daran hat mit Menschen zu arbeiten, kann sich später in vielen Bereichen spezialisieren oder weiterqualifizieren, wie zum Beispiel durch Fort- und Weiterbildungen oder ein Studium. Auch ein Wechsel in andere soziale Arbeitsfelder (als Quereinsteiger*in) ist oft möglich.
Am wichtigsten ist, Erfahrungen zu sammeln und den eigenen Interessen zu folgen. Nicht jeder Lebenslauf verläuft geradlinig und genau darin liegen oft die spannendsten Chancen. Mit Engagement, Empathie und der Bereitschaft dazuzulernen sowie Fehler zuzulassen, stehen im sozialen Berufsfeld viele Türen offen.

Das hast du ganz großartig gesagt, Sarah. Vielen lieben Dank dafür – für deine offenen Worte. Wir sind uns sicher, dass du damit viele jungen Menschen inspirierst. Zum Abschluss noch eine letzte Frage: Was hat dir die bunta – über den fachlichen Unterricht hinaus – fürs Leben mitgegeben?

Die bunta hat mir die Möglichkeit gegeben, mich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln, an mich selbst zu glauben und neue Chancen zu ergreifen. Rückblickend war genau das wahrscheinlich die wichtigste Erfahrung, die ich aus meiner Schulzeit mitgenommen habe.

 

 

Du möchtest mehr über Sarahs Weg an der bunta erfahren? Dann besuche gern unsere Website und hole dir erste wichtige Informationen zu unseren Ausbildungsgängen Kinderpflege, Sozialassistenz und Erzieher*in! Oder klick dich auch gern durch unseren Instagram @bunta-rostock. Hier halten wir dich und unsere Community up-to-date!

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