Hallo liebe Leser*innen! Wir freuen uns sehr, dass unser erstes Alumni-Interview bei euch so gut angekommen ist. Umso schöner ist es, euch verraten zu können: Das war erst der Anfang! In den kommenden Wochen und Monaten erwarten euch weitere spannende Gespräche mit ehemaligen Schüler*innen unserer bunta.
Für uns ist es jedes Mal etwas Besonderes, unsere Absolvent*innen wiederzusehen und zu erfahren, welchen Weg sie nach ihrem Abschluss eingeschlagen haben. Jede Geschichte ist anders – und genau das macht unsere Alumni-Interviews so spannend. Sie zeigen, wie vielfältig die Möglichkeiten nach einer Ausbildung an der bunta sind und dass der eigene Berufsweg nicht immer geradlinig verlaufen muss. Gerade für alle, die überlegen, ihre Ausbildung bei uns zu beginnen, aber auch für unsere aktuellen Schüler*innen, können diese persönlichen Einblicke eine wertvolle Inspiration sein. Denn wer könnte besser von der Zeit an der bunta und dem Weg danach berichten als diejenigen, die ihn selbst gegangen sind?
Heute freuen wir uns auf das Gespräch mit unserer Alumna Sarah. Sie hat gleich drei Ausbildungsgänge an der bunta absolviert und erzählt offen von ihrem Weg – von der Kinderpflege mit Berufsreife bis hin zu ihrem Abschluss als Erzieherin und ihrem heutigen Berufsalltag.
Liebe Sarah, wir freuen uns so sehr, dich wiederzusehen und dass du dir Zeit für unser Alumni-Interview nimmst! Stell dich doch zu Beginn einmal kurz vor. Wer bist du und welchen Weg bist du an der bunta gegangen?
Hiiii zusammen! Ich bin Sarah und 25 Jahre alt. Ich habe drei aufeinanderfolgende Ausbildungen an der bunta erfolgreich abgeschlossen. 2019 startete ich in den Ausbildungsgang Kinderpflege, woraufhin die einjährige Ausbildung in der Sozialassistenz folgte. Zu guter Letzt absolvierte ich die zweijährige Erzieher*in-Ausbildung. 2024 habe ich dann meinen Abschluss gemacht.
Wow, dein Abschluss ist mittlerweile zwei Jahre her – so schön, dass du heute dabei bist! Drei Ausbildungsgänge an derselben Schule – da kommen sicherlich viele Erinnerungen zusammen. Kannst du dich noch an deinen ersten Tag an der bunta erinnern? Ist dir etwas besonders im Gedächtnis geblieben?
Also, an vieles vom ersten Tag kann ich mich nicht mehr erinnern. Es sind nur noch ein paar „Gedächtnisfetzen“ übrig. Das, was mir vom ersten Tag im Gedächtnis geblieben ist, ist meine Aufregung, als ich auf meine Mitschüler*innen traf. Alle „Erstis“ haben sich auf dem Schulhof versammelt. Frau Repplinger war unsere Klassenlehrerin und sie durfte unsere Klasse mit 30 Schüler*innen in den Klassenraum geleiten. Die Menge an Schüler*innen in diesem kleinen Raum werde ich ebenfalls nie vergessen, denn jeder Platz war besetzt und der Raum war sehr warm. Nichtsdestotrotz waren alle super aufgeschlossen und freundlich. Ich fühlte mich sehr willkommen und freute mich auf die nächste Zeit.
Das freut uns sehr und genau so soll es auch sein! Was hat dich denn damals motiviert, bei uns im Ausbildungsgang Kinderpflege zu starten und warum fiel deine Entscheidung auf unsere Schule?
Als ich auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz war, befand ich mich mitten in einem Freiwilligen Sozialen Jahr, welches ich in einer Integrativen Kindertagesstätte in Wismar absolvierte. Mir war zu dieser Zeit schon klar, dass ich unbedingt in diesem Berufsbereich bleiben möchte. Das Problem war jedoch, dass ich gerade erst die Berufsreife nachgeholt hatte. Denn ja, lustigerweise bin ich eine Schulabbrecherin gewesen, was zunächst nicht in dieses typische Erzieherbild passt…Doch im FSJ merkte ich schnell, dass ich einen guten Draht zu Kindern aufbauen kann und ich mit meiner Art super bei ihnen ankomme. Durch die positive Resonanz der Kinder sowie meiner damaligen Kolleg*innen, habe ich mich dann um so mehr bestärkt gefühlt den Beruf Erzieherin anzustreben.
Ich habe lange recherchiert und es stellte sich heraus, dass ich meinen Weg nur an der bunta (damals noch „Medizinische Akademie Rostock“) beginnen kann. Ansonsten gab es nur Berufsschulen, die ländlich gelegen und schwer für mich zu erreichen waren. Für mich war von vornherein klar, dass ich mich für die bunta in Rostock entscheiden werde, vor allem nach dem Infotag – der Tag der offenen Tür – und den ersten Gesprächen mit dem Lehrpersonal der bunta. Dort bekommt man einen sehr guten Überblick über die Schule selbst, die Unterrichtsformen und erlebt potenzielle erste Anknüpfungen mit den Schüler*innen.
Es ist schön zu hören, dass dein FSJ dich in deinem Berufswunsch so bestärkt hat. Positives Feedback kann unglaublich viel bewirken – vor allem dann, wenn man selbst vielleicht noch zweifelt, oder die Voraussetzungen auf den ersten Blick noch nicht alle erfüllt sind. Menschen, die an einen glauben und einem selbst Chancen geben, können einen entscheidenden Unterschied machen. Gleichzeitig gehört auch Mut dazu, diese Chancen zu ergreifen, so wie du es dann auch getan hast.
Absolut. Wenn ich zurückblicke, wird mir schnell klar, dass mir durch meine Ausbildungen an der bunta so ziemlich alle Türen wieder geöffnet wurden. Was ich an diesem Bildungsweg besonders schätze, ist, dass man Schritt für Schritt immer neue Möglichkeiten erhält. Ich bin mit der Berufsreife gestartet und konnte zunächst die Ausbildung zur Kinderpflegerin absolvieren. Parallel dazu habe ich die Mittlere Reife – ebenfalls an der bunta – erworben, wodurch ich erst die Ausbildung zur Sozialassistentin und dann anschließend zur Erzieherin beginnen konnte. Während dieser Zeit können Schüler*innen auch ihre Fachhochschulreife an der bunta nachholen. Das bedeutet, Schüler*innen haben die Möglichkeit, in der Kinderpflege mit der Berufsreife zu starten und werden nach insgesamt fünf Ausbildungsjahren staatlich anerkannte Erzieher*innen mit Fachhochschulreife.
„Wenn ich zurückblicke, wird mir klar, dass mir durch meine Ausbildungen an der bunta so ziemlich alle Türen wieder geöffnet wurden.“
Außerdem lernen die Schüler*innen in ihren Praktika unterschiedlichste Institutionen und Einrichtungen kennen, die sie weiter vernetzen können und am Ende vielleicht sogar ihr Arbeitsplatz werden. Ich hatte ebenfalls das Glück durch meine Praktika eine Arbeitsstelle gefunden zu haben!
Herzlichen Glückwunsch, Sarah, das ist ja super! Wie sieht es denn aus: Bist du in deinem Beruf als Erzieher*in angekommen? Was macht dir besonders Freude?
Mich fasziniert vor allem die Anpassungsfähigkeit der Kinder. Sie sind die Grundmauern des Berufs. Ich bin momentan als Springerin in einer Kita tätig und mich beeindruckt es immer wieder, wie selbstverständlich Kinder sich tagtäglich auf unterschiedlichste Situationen einstellen können. Sie begegnen verschiedenen Fachkräften, anderen Kindern, Regeln, Erwartungen und wechselnden Tagesabläufen und schaffen es dennoch, sich immer wieder zurechtzufinden. Diese ständige Anpassungsleistung wird häufig unterschätzt, obwohl sie von den Kindern ein hohes Maß an Flexibilität, emotionaler Stärke und Vertrauen erfordert. Für mich sind Kinder daher die stillen Helden dieses Berufs. Sie meistern Herausforderungen, die für Erwachsene oft selbstverständlich erscheinen.
Die stillen Helden des Berufes…Das hast du wirklich sehr schön gesagt! Lass uns auch gern thematisch hierbleiben: Welche Fähigkeiten und Stärken hast du an dir während deiner Ausbildung entdeckt, von denen du vorher gar nicht wusstest, dass sie in dir stecken?
In der Schulzeit lernte ich einige Fähigkeiten und Stärken von mir kennen. Besonders während der Coronapandemie habe ich mich nochmal neu kennenlernen können. Meine Mitschüler*innen und ich haben jede Woche für eine gewisse Zeit Aufgaben im Selbststudium bearbeitet. Die Selbstorganisation rückte dadurch in den Vordergrund und hat mir persönlich viel Spaß gemacht. Zudem habe ich in dieser Zeit das Schreiben für mich entdeckt, wie zum Beispiel das Schreiben von Fachtexten und das wissenschaftliche Arbeiten.
Neue Stärken zu entdecken ist eine großartige Erfahrung. Gleichzeitig bringt eine Ausbildung natürlich auch Momente mit sich, in denen man zweifelt oder an die eigenen Grenzen kommt. Wie war das bei dir?
Herausforderungen und Zweifel waren stets da, vor allem vor und während den schriftlichen Prüfungen. Ein Lehrer beschrieb meine Unsicherheit einmal als „Torschlusspanik“ und wollte mir damit vermitteln, dass ich mir weniger Druck machen sollte. Die Angst und die lähmende Lernblockade waren dennoch da und haben mich stark zweifeln lassen. Ich habe so viel ausprobiert, um dem entgegenzuwirken. Von positiven Affirmationen, bis hin zum Austausch mit meinen Lehrkräften. Das hat mir auch dabei geholfen, mich auf meine Kenntnisse sowie meinen Wissensstand zu fokussieren und Vertrauen in mich zu haben. Am Ende hieß es für mich jedoch „Augen zu und durch“ – egal, ob mit oder ohne meine Zweifel und Ängste.
Wenn du heute auf deine Ausbildungszeit zurückblickst, merkt man, dass sie dich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich geprägt hat. Gibt es etwas aus deiner Schulzeit, das dir bis heute im Alltag hilft?
„Die Verbindung aus Theorie und Praxis begleitet mich noch immer.“
Wenn ich heute zurückblicke, merke ich vor allem, wie sehr mir die Inhalte aus dem Unterricht bis heute im Berufsalltag helfen. Besonders die Verbindung aus Theorie und Praxis, die wir im Unterricht erlebt haben, begleitet mich noch immer. Außerdem hat mich die Zeit darin bestärkt, selbstständig zu arbeiten, mich zu organisieren und wissenschaftlich zu schreiben – Fähigkeiten, die ich vorher so gar nicht an mir gesehen hätte.
Wie würdest du deine Schulzeit im Nachhinein in drei Worten beschreiben?
Schreiben. Wissen. Spaß – vor allem im Ausbildungsgang Kinderpflege. Hier auch an alle KIPis: Genießt die Zeit, vor allem das Kochen mit Frau Both haha!
Anmerkung unsererseits: KIPis ist unsere liebevolle Abkürzung für unsere angehenden Kinderpfleger*innen haha. Aber zurück zum Thema: Spaß, Wissen und jede Menge Schreiben – das fasst wahrscheinlich vieles ganz gut zusammen. Gab es darüber hinaus einen Moment, ein Projekt oder vielleicht auch eine Person, die dich besonders geprägt hat?
Projekte gab es während meiner Schulzeit sehr viele, besonders in der Ausbildung zur Erzieherin, wie zum Beispiel unterschiedliche Verfilmungen der Hausordnung oder Abgaben von Facharbeiten.
Was mich jedoch nachhaltig beeinflusst hat und woran ich bis heute noch oft denke, sind nicht die Projekte oder Abgaben. Besonders die Inhalte des MPL-Unterrichts (Methoden und Praxislehre) bei Frau Both und Herrn Hein sind mir im Kopf geblieben. Sie beide haben Theorie und Praxis perfekt mit viel Lebensnähe vereint und meine Mitschüler*innen und ich mussten kaum das „Schnell-Auswendiglernen“ anwenden. Vieles davon ist mir demnach bis heute im Gedächtnis geblieben und schwappt im Alltag in der Kita auf. Danke dafür an Sie, Frau Both und Herr Hein!
Das richten wir definitiv aus und zeigt einmal mehr, wie viel gute Lehrkräfte bewirken können. Liebe Sarah, das war der erste Teil deines Interviews. Wir freuen uns schon sehr, dich wieder zum zweiten Teil auf unserem bunta Blog begrüßen zu dürfen! Bis dahin danken wir dir schon einmal für deine großartigen Erzählungen!
Du möchtest mehr über Sarahs Weg an der bunta erfahren? Dann besuche gern unsere Website und hole dir erste wichtige Informationen zu unseren Ausbildungsgängen Kinderpflege, Sozialassistenz und Erzieher*in!
Du möchtest wie Sarah an unserem Infotag teilnehmen! Auch auf unserer Website kommst du zur Anmeldung! Oder klick dich auch gern durch unseren Instagram @bunta-rostock. Hier halten wir dich und unsere Community up-to-date!

