Liebe Leser*innen, welcome back zu „Auf einen Schnack“. Diesmal wieder mit Paul Langner vom rat+tat e. V. für den zweiten Teil unseres Interviews. Hallo, lieber Paul, schön, dass du wieder mit dabei bist!
„Hallo nochmal! Ich freue mich auf die zweite Runde.“
Beim letzten Mal haben wir über den Verein, seine Historie und die verschiedenen Gruppenangebote gesprochen. Heute wollen wir noch mehr über deine Person, euren Standort und die Freuden und Herausforderungen eurer Arbeit im Verein sprechen.
Ein Satz, der uns in eurem Vereinsflyer besonders in Erinnerung geblieben ist, ist folgender: „Alle Gruppen wurden irgendwann von Menschen gegründet, die diesen Gedanken hatten.“ Eine wirklich tolle Aussage. Sind so auch die einzelnen Gruppen entstanden?
„Ja, genau. Da der Großteil unserer Gruppen ehrenamtlich angeleitet wird, braucht es Menschen, die bereit sind, eigene Zeit und Ideen miteinzubringen.“
Gibt es auch Gruppenangebote, die du selbst leitest?
„Ja, ich leite die Gruppe für queere Jugendliche, die Gruppe für trans*, inter* und nicht-binäre Jugendliche sowie die Elterngruppe – also eine Gruppe für Eltern von queeren Kindern – an.“
Zudem arbeitet ihr ja auch noch an Projekten, die über die Beratungs- und Gruppenangebote hinausgehen.
„Es gibt regelmäßige Projekte wie den IDAQ* (Internationaler Tag gegen Queerfeindlichkeit) und den Coming-out-Tag. Darüber hinaus haben wir einmal im Jahr meist ein größeres einmaliges Projekt. In diesem Jahr konzentrieren wir uns allerdings auf den Ausbau unserer Strukturen im Landkreis Rostock.“
Das klingt als würde da noch so einiges kommen…Wir sind gespannt und freuen uns! Aber nun soll es nochmal um dich und deine Arbeit gehen, lieber Paul. Unsere bunta bietet den Ausbildungsgang Erzieher*in an – und du bist anerkannter Erzieher! Dazu auch noch Sozialpädagoge und Berater. Wie bist du also zum rat+tat e. V. gekommen?
„Das war recht zufällig. Ich war zu dem Zeitpunkt noch als Erzieher angestellt, aber nicht wirklich glücklich im Job. Parallel habe ich noch meinen Bachelorabschluss gemacht und bekam von einer Kommilitonin den Hinweis, das im rat+tat e.V. eine Stelle frei ist und das doch total gut zu mir passen würde. Ich habe mich also umgehend beworben und habe anschließend die Stelle erhalten.“
(Vereinsgarten rat+tat e. V. | Quelle: Verein – RatUndTat)
Haha, wie cool! Manchmal verdankt man dem Zufall wirklich die besten Dinge. Was macht dir an deiner Arbeit besonders Spaß?
„Ich finde es super, mit verschiedenen Menschen, z. B. in Workshops, den Gruppen oder bei Infotagen, ins Gespräch zu kommen. Ich freue mich, wenn ein guter Austausch entsteht und ich das Gefühl habe, das auch die andere Person etwas für sich mitnehmen konnte. Darüber hinaus sind mit kulturelle Veranstaltungen wichtig, sodass ich schaue, welche Angebote wir hier anbieten können.“
So geht es uns auch auf unseren Infotagen und Messen. Es ist so schön, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. So wie jetzt auch mit dir für „Auf einen Schnack“. Austausch ist einfach das Schönste. Auf der anderen Seite: Was sind die größten Herausforderungen, vor denen du gestellt wirst?
„Das sind aktuell die politische und gesellschaftliche Entwicklung. Wir erfahren mehr Ablehnung, was die Arbeit zunehmend erschwert.“
Das ist wirklich schrecklich…Und wir hoffen, dass euch mit dem Blogbeitrag noch mehr Menschen erreichen können, die sich gegen Diskriminierung einsetzen.
Last but not least haben wir noch ein paar Fragen vorbereitet, die unseren Leser*innen dabei helfen sollen, sich den rat+tat e. V. besser vorstellen zu können. Euer Verein hat seinen Sitz direkt am Doberaner Platz – einer der zentralen Punkte in Rostock. Was bedeutet euch dieser Standort?
„Dieser zentrale Standort ist für uns wirklich Gold wert. Wir können dadurch eng mit vielen Trägern zusammenarbeiten und auch kurzfristig Netzwerktreffen realisieren, wenn Themen aufkommen. Zudem sind wir durch den ÖPNV gut zu erreichen für Menschen aus Rostock und Umgebung. Außerdem bietet die KTV noch einen recht sicheren Rahmen als Stadtteil. Dies wäre nicht in allen Stadtteilen so.“
(Gruppenraum rat+tat e. V. | Quelle: Verein – RatUndTat)
Durch das gemeinsame Instagramreel mit @ibostmecklenburg wissen wir auch, dass ihr sowohl einen Vereinsgarten als auch eine Queere Bibliothek habt – zwei wirklich tolle Highlights eures Büros. Was bedeuten euch diese „Orte“?
„Der Vereinsgarten bietet uns die Möglichkeit bei gutem Wetter draußen sein zu können und dennoch einen geschützten Ort zu haben. Zudem lädt der Garten ein, gestaltet zu werden. Personen können also entspannt im Beachbereich entspannen oder bei Gartenaktivitäten mal auf andere Gedanken kommen.
Die Bibliothek hat ein großes Repertoire an Büchern mit queeren Inhalten und Bezügen: Fachbücher, Kinderbücher und Romanen sowie Graphic Novels. Die Bücher können kostenfrei ausgeliehen werden. Um die Bibliothek aktuell zu halten, freuen wir uns auch über queere Buchspenden.“
Was gefällt dir an eurem Büro und/oder an eurem Standort am meisten?
„Ich mag die Stimmung hier im Haus und in der Umgebung. Viele Personen sind mit uns vernetzt, so dass es jeden Tag wundervolle Begegnungen gibt und es auch immer mehr werden.“
Lieber Paul, wir sind am Ende unseres Interviews angelangt. Gibt es etwas, das du unseren Leser*innen noch mitteilen möchtest?
„Schaut einfach mal bei uns vorbei. Lernt uns und unsere Angebote kennen. Wir freuen uns, euch hier begrüßen zu dürfen.“
Und wir freuen uns, dass wir dich, Paul, und den rat+tat e. V. kennenlernen durften. Ihr leistet wirklich großartige und wertvolle Arbeit. Vielen Dank!


