BUNTA NEWS

Auf einen Schnack – mit Paul Lehnert (bunta Absolvent UND Lehrkraft) Part 1

24.09.2025 | Bunta News

Liebe Leseratten und Blogenthusiast*innen, heute haben wir einen ganz besonderen Gast auf unserer Interviewcouch sitzen. Denn dieser ist nicht nur Lehrkraft an unserer Schule und damit ein lieber Kollege – unser heutiger Interviewpartner war einst selbst Schüler an der bunta. Hallo Paul!

Hallo zusammen!

Schön, dass du bei unserem Format „Auf einen Schnack…“ mit dabei bist. Paul, stell dich unseren Leser*innen gern einmal vor.

Sehr gern! Mein Name ist Paul Lehnert und ich bin – genau, wie die bunta nun – 30 Jahre alt. Ich bin staatlich anerkannter Altenpfleger und Erzieher und habe zudem einen Bachelorabschluss in Pflegewissenschaft. Aktuell befinde ich mich im berufsbegleitenden Fernstudium Master of Arts der Gesundheits- und Pflegepädagogik.

Vom Kinderpfleger zum Lehrer

Als Kolleg*innen wissen wir natürlich: Vor 15 Jahren begann deine berufliche Karriere an der bunta. Nun bist du wieder hier! Seit dem 1. Juni 2025 bist du Teil unseres bunta-Kollegiums.

Ja, ich glaube auch, dass eine der am häufigsten gestellten Fragen am Anfang war: Wie ist das so, wieder hier zu sein?!

Absolut! Vom Schüler zur Lehrkraft…Das muss sich für dich, wie ein Full-Circle-Moment anfühlen, oder?! Und wir wollen alles darüber erfahren! Wie es dazu kam, dass du nicht nur hier deine Ausbildung angefangen hast, sondern auch, wie es dir nach deinem Abschluss ergangen ist…Welche Entscheidungen dich „zurückgebracht“ haben…

Ich bin bereit!

Okay, dann lass uns anfangen. First of all: Wie und warum bist du damals auf die bunta aufmerksam geworden?

2009 absolvierte ich ein Praktikum in einer Rostocker Pflegeeinrichtung und stellte schnell fest: Die Arbeit mit Menschen erfüllt mich. Gleichzeitig war aber leider auch klar, dass ich die Versetzung in die 10. Klasse nicht schaffen würde.

Du hast deine Schule also mit der Berufsreife abgeschlossen?

Ja, genau. Dann erzählte mir aber eine damalige Pflegekraft im Praktikum, dass er seine Ausbildung an der „MAR“ gemacht hat. Auf Nachfrage, hat er mir dann den vollständigen Namen der Schule genannt.

Oha! „MAR“ war das Kürzel für Medizinische Akademie Rostock, oder?! Liebe Leser*innen, ihr glaubt es nicht, aber: Bevor wir uns im Februar 2022 zu „bunta“ umbenannt haben, waren wir unter „Medizinische Akademie“ bekannt.

Paul Lehnert, Lehrkraft an der bunta, lächelt in die Kamera. Das Foto ist verschwommen, da es mit einer alten Kamera aufgenommen wurde. Er trägt einen blauen Pullover und ist ca. 16 Jahre alt. Damals war er noch selbst Schüler an der bunta.

Traumberuf erlangen – auch ohne Mittlere Reife

Das waren noch Zeiten…Auf jeden Fall begann ich zu Hause zu recherchieren: „Wie kann ich Pflegefachkraft werden, auch ohne Mittlere Reife?“ Damals noch an einem Desktop Computer mit langsamem Internet und darauf Windows XP installiert hahahaha. So stieß ich auf die damalige „Medizinische Akademie Rostock“. Zufällig stand bald ein Tag der offenen Tür an der bunta an. Also fuhr ich mit der S-Bahn nach Groß Klein und ließ mich vor Ort umfassend beraten und fühlte mich gleich mit meinen 15 Jahren sehr gut aufgehoben. Mein Start in eine neue Zukunft war geebnet!

Allerdings! Der Startschuss war gefallen, oder wie sagt man so schön? Du hast mit der Berufsreife bei uns gestartet und danach ist noch einiges passiert. Viele unserer Schüler*innen können sich nun sicher mit dir identifizieren: Einige von ihnen kommen mit einem 9.Klasse-Abschluss zu uns und haben Wünsche und Ziele, aber sicher auch Unsicherheiten im Gepäck. In diesem Sinne: Magst du unseren Leser*innen deinen bisherigen beruflichen Werdegang beschreiben, um zu zeigen, wie du es gemacht hast?

Puh, wo soll ich anfangen?  Über die Jahre hat sich da einiges angesammelt! Mein beruflicher Bildungsweg begann 2010 nach der 9. Klasse (Berufsreife) an der bunta mit der Ausbildung zum Kranken- und Altenpflegehelfer. Diese schloss ich nach 1,5 Jahren im Jahr 2012 erfolgreich ab und arbeitete ein halbes Jahr in einer Pflegeeinrichtung. Noch im selben Jahr wurde mir dort eine duale Ausbildung zum staatlich anerkannten Altenpfleger angeboten, die ich 2015 abschloss.

Doch schon nach einem Jahr merkte ich: Mein Herz schlägt auch für die Arbeit mit Kindern. Der Wunsch, mein Wissen über den Menschen weiter zu vertiefen, ließ mich nicht los. Ich erinnerte mich an meine gute Zeit an der bunta und schwupps, bewarb ich mich für die Ausbildung zum staatlich geprüften Kinderpfleger. Die Rückmeldung kam schnell und zu meiner Überraschung erinnerten sich einige Lehrkräfte noch an mich – im positiven Sinne natürlich hahaha.

Aber natürlich nur im positiven Sinne haha! Wie ging es dann weiter?

2016 begann ich also meine zweite Ausbildung an der bunta. Diesmal in der Kinderpflege und ab dem ersten Tag fühlte ich mich wieder wie „zu Hause“. Zwei Jahre später schloss ich die Ausbildung zum staatlich geprüften Kinderpfleger ab und konnte anschließend direkt in einer Kita ein Jahr lang arbeiten.

Lehrkraft Paul Lehnert war früher ein Schüler der bunta. Als Schüler im Teenageralter steht er in einem alten Klassenraum der bunta mit drei weiteren Mitschülerinnen. Er und eine weitere Mitschülerin tragen Verbände. Sie haben das Anlegen von Wundverbänden geübt. Sie stehen an einem Schultisch.

Aber so wie du es bereits in deiner Vorstellung angeteasert hast, war da noch nicht Schluss.

Haha, nein, es ging weiter. Ein Jahr später startete ich berufsbegleitend meine Ausbildung an einer anderen Schule in Rostock zum staatlich anerkannten Erzieher, die ich 2023 beendete. Und weil ich Herausforderungen liebe, entschloss ich mich, ein Studium aufzunehmen. Seit 2023 studierte ich berufsbegleitend per Fernstudium Pflegewissenschaft. Dank Anrechnung meiner Ausbildung aus der Altenpflege konnte ich das Studium im Frühjahr 2025 erfolgreich mit dem Bachelor of Science abschließen.

Wir nähern uns dem Hier und Jetzt…

Richtig. Wie ging es also weiter? Mit dem Bachelor in der Tasche, dachte ich sofort an die bunta zurück und bewarb mich als Lehrkraft. Nach einem unerwarteten Anruf von Herrn Dr. Tasch und einem anschließenden Vorstellungsgespräch mit ihm und Frau Barkowski ging alles sehr schnell.

Nun unterrichte ich seit Anfang Juni im Fachbereich Soziales an der bunta. Und weil ich noch immer noch nicht genug habe, begann ich im Mai 2025 zusätzlich ein Fernstudium im Master Gesundheits- und Pflegepädagogik.

Wow, Paul, Wahnsinn! Da hat sich wirklich vieles über die Jahre angesammelt, wie du so schön gesagt hast. Wir freuen uns sehr, dass du nun ein Teil unseres Kollegiums bist. Aber lass uns nochmal ganz an den Anfang gehen: Wie war deine Schulzeit damals? Würdest du dich heute wieder für die bunta entscheiden?

Ein ganz klares: Ja! Sonst wäre ich nicht zurückgekehrt – weder für eine weitere Ausbildung, noch als Lehrkraft. Besonders der praktische Unterricht in der Werkstatt, im Kunstraum und in der Küche haben mir am meisten gefallen und Freude bereitet. Klar wird ein Schulgeld monatlich erhoben, aber dafür bekommt man so einiges geboten. Und was ist die beste Investition für eine erfolgreiche und erfüllende Zukunft? Für mich ist es die Bildung, die uns später absichert und vorantreibt – persönlich, sozial, finanziell und mit Erfüllung.

Absolut. Wir hoffen aber sehr, dass zukünftig noch mehr Ausbildungsgänge schulgeldbefreit werden, wie zum Beispiel die Ergotherapie seit Januar 2024. So gibt es aber glücklicherweise das Schüler-BAföG, was Schüler*innen nach ihrem Abschluss auch nicht zurückzahlen müssen. Apropos Abschluss: Du hast in deiner beruflichen Karriere schon so einiges erlebt. Aber hattest du deine Ziele schon immer klar vor Augen? Was war dein ursprünglicher Plan nach deinem Abschluss?

Mein ursprünglicher Plan war es, nach der Altenpflegeausbildung bis zur Rente in diesem Beruf zu arbeiten. Aber ich merkte schnell: Ich will mehr. Der Begriff „Lebenslanges Lernen“ wurde für mich zur Realität und zum Antrieb. Durch die berufliche Bildung konnte ich mich stetig weiterentwickeln und sah wieder einen Sinn, dass Lernen Spaß machen kann und ich über meine ursprüngliche Ausgangssituation (9. Klasse – Berufsreife) hinauswachsen kann.

Es freut uns so sehr, dass du so empfindest. Ein paar unserer Schüler*innen – gerade in der Kinderpflege – berichten, dass sie früher das Gefühl hatten „nicht genug zu sein“, oder auch „nicht genug zu können“. Das ist natürlich nicht der Fall. Für so viele von ihnen ist die Kinderpflege nur der Start. Sie holen bei uns parallel ihre Mittlere Reife nach und gehen danach ihren Weg weiter.

 

Kinderpflege als Sprungbrett

Eine Grafik erklärt, wie man an der bunta mit einem Abschluss in der Kinderpflege sich weiter zu einem Erzieher oder einer Erzieherin oder zu einem Heilerziehungspfleger oder einer Heilerziehungspflegerin ausbilden kann.

Absolut. Mir hat meine Ausbildung an der bunta auch Türen geöffnet, von denen ich vorher nicht einmal wusste, dass sie existieren. Mit dem Abschluss als Kinderpfleger konnte ich meine Mittlere Reife nachholen, was mir wiederum den Weg zur Erzieherausbildung und zum Studium eröffnete.

Würdest du demnach den Ausbildungsgang Kinderpflege als dein „starting point“ betiteln?

Definitiv. Sie ermöglichte mir nicht nur den Einstieg in die Erzieherausbildung, sondern auch das Nachholen der Mittleren Reife – mein persönliches Sprungbrett zu allem, was danach kam. Dadurch wurde mir ein wichtiger Grundstein für eine tolle und erfüllende Zukunft gelegt und das bis heute! Von der Berufsreife bis hin zum Masterstudium. Mir wurde eine neue Chance gegeben – auch ohne Abitur.

Und das ist definitiv eine Erfolgsgeschichte. Hier liegt der Erfolg natürlich nicht nur in einem akademischen Titel. Er liegt daran, dass du dich nicht hast von deinen Wünschen und Zielen abbringen lassen. Wir sind uns sicher, dass viele unserer Schüler*innen und Absolvent*innen ebenso empfinden. Danke, dass du das mit uns geteilt hast! Aber hier soll natürlich noch nicht Schluss sein. Im zweiten Part unseres Interviews gehen wir noch auf weitere Themen ein: Wann wird der Beruf zur Berufung? Wie ist es als Lehrkraft an der bunta zu arbeiten? Und natürlich vergleichen wir auch die bunta von „früher“ und von „heute“. Was da wohl so herauskommt…Liebe Leser*innen, bleibt gespannt!

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