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BUNTA NEWS

Auf einen Schnack – mit den IB Freiwilligendiensten M-V

28.11.2025 | Bunta News

Hallo liebe Leserinnen und Leser! Wie einige bereits von euch wissen, ist die bunta eine Schule des Internationalen Bund (IB) e. V. – ein deutschlandweiter Verein, der in der Kinder-, Jugend- und Bildungsarbeit tätig ist. Zum IB gehören Schulen, Wohngruppen, Kitas…und auch unsere Freiwilligendienste in Mecklenburg-Vorpommern. Freiwilligendienste? Da werden gerade sicher einige von euch hellhörig. Denn dahinter steht die Möglichkeit eines Freiwilligen Sozialen Jahres, oder kurz FSJ. Wir wollen heute einige Fragen rund um das Thema FSJ klären: Wie läuft so ein Jahr ab? Wer begleitet mich dabei? Und was bringt mir das eigentlich alles?
Wir haben zwei Personen getroffen, die es wissen müssen: Davina Moll und Doreen Bartling von den IB Freiwilligendiensten M-V sind Ansprechpartnerinnen für alle, die sich freiwillig engagieren wollen. In der neuesten Ausgabe von „Auf einen Schnack…“ verraten sie uns mehr über ihren Weg in den sozialen Bereich, ihren vielseitigen Arbeitsalltag – und warum ein FSJ viel mehr ist als nur ein „Überbrückungsjahr“. Willkommen ihr beiden! Wir freuen uns sehr, dass ihr heute mit dabei seid – zwei IB-Kolleginnen!

Doreen: Hallo!

Davina: Hey, wir freuen uns auch sehr!

Vielleicht sollten wir erst einmal für alle Neuankömmlinge die Verbindung zwischen der bunta und den Freiwilligendiensten klären, bevor wir mit dem Interview so richtig starten.

Doreen: Gern! Wie bereits am Anfang erwähnt, gehören die bunta und wir zum IB. Dementsprechend  teilen wir auch das gleiche Leitbild.
Außerdem nutzen wir regelmäßig die Räume der bunta für unsere Seminare – und stehen auch bei Messen und Veranstaltungen Seite an Seite. Wir freuen uns immer, wenn sich jemand aus der bunta-Community für ein Ehrenamt bei uns interessiert – zum Beispiel als Unterstützung in den Seminaren oder im Büroalltag.

Wir freuen uns auch immer, wenn wir euch bei uns begrüßen dürfen. Oder Messen gemeinsam besuchen können!

Davina: Hahaha, das macht auch immer großen Spaß!

Absolut! Liebe Davina, liebe Doreen, stellt euch unseren Leser*innen gerne einmal vor.

Davina: Wir sind die pädagogischen Mitarbeiterinnen beim Freiwilligendienst des IB in Mecklenburg-Vorpommern. Wir kümmern uns um den Bereich FSJ in Rostock und betreuen die FSJler*innen in Ostmecklenburg und Vorpommern. Auch kümmere ich mich zusätzlich um den Social Media-Auftritt vom Freiwilligendienst MV.

Doreen: Richtig. Es ist also ein recht großer Flächenbereich. Ich für meinen Teil nehme auch die Rolle der Ansprechpartnerin für mentale Gesundheit und Inklusion ein.

Wow! Das klingt wirklich toll. Wie seid ihr zu eurem Job gekommen?

Davina: Nach meinem Bachelor in Soziale Arbeit habe ich dual den Master in Beratung und Sozialmanagement gemacht. Währenddessen habe ich in der ambulanten Hilfe als Betreuungshelferin gearbeitet und bin dann nach einem Jahr zum IB als Elternzeitvertretung gewechselt – und geblieben!
Besonders cool: Ich habe selbst mal ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Jugendwohngruppe gemacht. Daher kenne ich die Abläufe aus eigener Erfahrung. Nach meinem Master wurde mir eine unbefristete Stelle angeboten – da musste ich nicht lange überlegen.

Das ist wirklich cool! Als hätte sich ein Kreis der Erzählung geschlossen! Wie sieht es bei dir aus, Doreen?

Doreen: Mein Weg war etwas verschlungener. Ich habe zuerst eine Ausbildung zur Mediengestalterin für Bild und Ton gemacht und dann sechs Jahre beim Lokalfernsehen gearbeitet. Mit 25 Jahren habe ich dann nochmal studiert – Soziologie und Sprachliche Kommunikation im Bachelor und dann Bildungswissenschaft im Master. Nach einem Abstecher in die wissenschaftliche Weiterbildung und einem zweijährigen Auslandsaufenthalt bin ich beim IB Freiwilligendienst gelandet – und das fühlt sich genau richtig an.

Und wir sind froh darum! Aber nun erzählt mal: Was genau ist der Freiwilligendienst – und was macht ihr?

Vier Freiwillige stehen mit dem Rücken zur Kamera. Sie tragen blaue Kapuzenpullover mit der Aufschrift Freiwilliges Ökologisches Jahr.

Doreen: Der Freiwilligendienst (kurz FWD) ist eine Möglichkeit für junge Menschen, sich in gemeinwohlorientierten Einrichtungen zu engagieren. Für die Arbeit in der Einsatzstelle bekommen sie ein Taschengeld und durch uns eine pädagogische Begleitung, wie zum Beispiel in Form von Seminaren und Beratung.

Davina: Als Träger des FWD kümmern wir uns um die Verwaltung, führen die Seminare durch und sind Ansprechpartnerinnen für die Freiwilligen und die Einsatzstellen.

Habt ihr einen festen Standort?

Davina: Ja. Mecklenburg-Vorpommern hat zwei Standorte: Schwerin und Rostock. In der Woche sind beide Büros von 9 bis 15 Uhr belegt.

Super, dann wissen unsere Leser*innen, wo sie euch finden können. Apropos: Wie würdet ihr eure Zielgruppe beschreiben?

Davina: Unsere Zielgruppe ist bunt gemischt. Im Jugendfreiwilligendienst (FSJ/FÖJ) sind die meisten zwischen 15 und 27 Jahre alt. Hier müssen sie ihre Vollzeitschulpflicht beendet haben. Für den Bundesfreiwilligendienst (BFD) gibt es keine Altersgrenze – da ist von 18 bis 99 Jahren alles dabei! Aber auch hier gilt: Die Vollzeitschulpflicht muss beendet sein. Zusätzlich dürfen sie keine Berufsausbildung, oder ein Studium in denselben Bereich abgeschlossen haben.

Doreen: Genau. Grundsätzlich ist ein Freiwilligendienst ideal für alle, die sich gesellschaftlich engagieren wollen, oder noch nicht genau wissen, wohin die berufliche Reise gehen soll. Auch sind diejenigen bei uns richtig, die ihre Sozialkompetenzen stärken möchten.

Auch unter unseren (potenziellen) Schüler*innen sind ein paar, die vorher ein FSJ absolviert haben. Sie berichten davon, dass ihnen dieses Jahr geholfen hat, herauszufinden, was sie für ihre berufliche Zukunft wollen. Bestes Beispiel: Studium, oder Ausbildung?

Doreen: Ja, genau das.

Wirklich eine tolle Möglichkeit. Und jetzt freuen wir uns auf einen Exklusiv-Einblick: Wie sieht euer Arbeitsalltag aus?

Davina: Jeder Tag ist anders – und das macht es so spannend! Im Büro startet alles mit dem obligatorischen Kaffee – sehr wichtig.

Wichtig und richtig!

Davina: Hahaha, genau. Daraufhin folgt natürlich der Check von Mails und Anrufen. Dann geht es an unsere To-Do-Listen. Hier ist es wichtig, dass wir Tag für Tag Prioritäten setzen. Um euch eine kleine Auswahl zu geben: Bewerbungen bearbeiten, Räumlichkeiten, Referent*innen und Unterkünfte für die vielen Seminare planen, Social Media-Posts erstellen, Beratungsgespräche führen, die Datenbank pflegen, Teamberatungen durchführen…

Da kommt so einiges zusammen!

Doreen: Definitiv. Tage, an denen Seminare anstehen, bringen nochmal so richtig Abwechslung in den Arbeitsalltag rein. Dann sind wir in ganz Mecklenburg-Vorpommern unterwegs. Vor dem Beginn eines Seminars bauen wir die Räume auf und bereiten sie natürlich auch mit Catering und Materialien vor, damit sich alle wohlfühlen und super zusammenarbeiten können. Wir begrüßen unsere Freiwilligen, führen Warm-ups durch und starten mit den Workshops – oft zu sozialen, politischen, kulturellen, oder ökologischen Themen. Das macht auch immer großen Spaß. Wir bieten auch vor oder nach dem Seminartag Einzelgespräche an, wenn jemand Sorgen oder private Themen besprechen möchte.

Das ist definitiv ein Job, der sowohl Organisationstalent, als auch Herz benötigt. Was macht euch denn daran besonders Spaß?

Davina: Ich freue mich sehr über die Dankbarkeit der Freiwilligen. Ein paar von ihnen kommen mit Sorgen und Herausforderungen – ob privat, oder innerhalb ihres FSJs – zu uns, und es ist schön, wenn sie sich bei uns aufgehoben und gesehen fühlen.

Doreen: Ich finde es beeindruckend, wie sehr sich die Teilnehmenden in einem Jahr entwickeln. Viele starten unsicher und gehen mit einem gestärkten Selbstbewusstsein. Und: Wir lernen durch die Seminararbeit auch selbst ständig dazu – wir sind jetzt Profis im Töpfern haha!

Davina: Haha, stimmt! Auch ist unser Arbeitsalltag immer vielfältig: Mal ist es ein Bürojob, mal steht die direkte Arbeit mit unseren Klient*innen im Vordergrund.

Eine Gruppe von zwölf Personen steht im Kreis. Sie schauen alle nach unten. Draußen liegt Schnee und sie tragen alle Winterklamotten.

Das klingt wirklich sehr facettenreich und als würde es nie langweilig bei und mit euch werden! Aber lasst uns die andere Seite der Medaille auch betrachten: Was sind wiederum Herausforderungen, mit denen ihr konfrontiert werdet?  

Doreen: Ganz klar: die Bürokratie. Es gibt viele administrative Aufgaben. Daher ist es uns auch sehr wichtig, uns bewusst Zeit für die Jugendlichen zu nehmen, damit diese nicht kurz kommt.

Wo wir wieder bei „Prioritäten setzen“ sind. Wir stellen uns vor, jemand liest dieses Interview und interessiert sich nun für einen Job bei euch im Freiwilligendienst. Wie sollte das Profil aussehen?

Davina: Jede Person mit einem sozialen Studienabschluss kann Teil unseres Teams werden. Diese Person sollte auch menschlich einiges mitbringen. Da wir viel mit Jugendlichen zusammenarbeiten und diese häufig psychisch belastet sind, ist Empathievermögen das A und O. Auch ist es wichtig, sich und die eigene (Arbeits-)Zeit gut organisieren zu können, da wir viele verschiedene Arbeitsbereiche bedienen, die es zu koordinieren gilt. Natürlich ist es uns auch wichtig, dass die Person ein*e echte*r Teamplayer*in ist.

Doreen: Auch Flexibilität ist wichtig, da einige unserer Termine auch außerhalb der „normalen“ Bürozeit stattfinden. Was mir auch gerade dazu einfällt: Es ist natürlich auch möglich, dass jemand ehrenamtlich bei uns mitarbeitet.

Ach, cool! Dann mit einem Ehrenamtsvertrag?

Doreen: Ja, genau. Auch hier sind die Aufgaben vielfältig. In den Seminarwochen unterstützen uns Ehrenamtliche beispielsweise bei der Planung und Durchführung von Gruppenaktionen. Im Büroalltag stehen To dos an wie zum Beispiel das Sortieren von Dokumenten in unserem System, oder auch die Vorbereitung von Mappen, Briefen und Methoden.

Danke für die Ergänzung! Lasst uns nun nochmal ganz genau über das FSJ sprechen. Gibt es verschiedene „Arten“? Was ist alles möglich?

Davina: Im FSJ gibt es unterschiedliche Arbeitsbereiche, in denen man den Freiwilligendienst absolvieren kann: Altenpflege, Krankenhäuser, Stadtbibliotheken, Kitas, Schule, Hort…Der IB bietet neben dem FSJ auch BFD, ÖBFD und FÖJ an, sodass für jede*n etwas dabei ist.

Magst du diese Abkürzungen für diejenigen erklären, die noch nichts damit anfangen können?

Davina: Na klar, gern! FSJ ist das Freiwillige Soziale Jahr. BFD ist der Bundesfreiwilligendienst. Der ÖBFD ist der Ökologische Bundesfreiwilligendienst und mit einem FÖJ meinen wir das Freiwillige Ökologische Jahr.

Danke für die Aufklärung. Das sind wirklich einige Möglichkeiten!

Doreen: Genau. Und dementsprechend birgt ein soziales Jahr auch viele Chancen. Ein FWD kann beispielsweise zur Anerkennung der Hochschulreife genutzt werden. Auch kann dieser als Wartesemester für das Studium anerkannt werden. Freiwillige bekommen Einblicke in das Berufsleben in einem sozialen Arbeitsbereich und können herausfinden, welche Ausbildung, oder welches Studium zu ihnen passen.

Müssen sie dafür eigentlich beispielsweise in Rostock bleiben?

Davina: Nein. Der IB bietet den FWD in ganz Deutschland an. Auch Auslandsfreiwilligendienste sind sogar möglich.

Doreen: Dafür wären aber andere IB-Standorte zuständig. In diesem Fall die Standorte Nürnberg, oder auch Kassel.

Mehrere Freiwillige sitzen in einem Kanu und rudern einen Fluss mit entlang.

Ah, good to know. Das ist wirklich cool! Ihr Lieben, zum Schluss wollen wir nochmal etwas persönlich und emotional werden…

Doreen: Uh, jetzt sind wir gespannt haha!

Haha! Okay, Trommelwirbel…Habt ihr eine Geschichte, die euch besonders bewegt hat?

Davina: Es gibt viele Geschichten, die ich an dieser Stelle erzählen könnte, da jede Seminargruppe einzigartig ist. Aber die erste Seminargruppe vergisst man natürlich nicht. In dieser war ein Freiwilliger mit großen familiären Problemen. Die Gruppe hat ihn unglaublich stark unterstützt und stand ihm während dieser Zeit immer zur Seite. Solch einen starken Zusammenhalt in einer ganzen Gruppe zu sehen, war bemerkenswert.

Wie schön!

Doreen: Ja, das vergisst man wirklich nicht…Bei mir war es eine gebrochene Nase.

Was?!

Doreen: Ja. In meiner ersten Seminargruppe hat sich ein Teilnehmer beim Trampolinspringen die Nase gebrochen und musste im Krankenhaus operiert werden. Unglücklicherweise war er noch minderjährig und ich konnte die Eltern nicht gleich erreichen, da sie kürzlich ihre Telefonnummer geändert hatten. Das war mein erster Krisenfall, den ich zu meistern hatte. Den vergisst man nicht so schnell.

Oh je, das glauben wir dir gern. Aber du hast es gemeistert! Ihr beiden, vielen Dank für das schöne und ausführliche Interview!

Doreen: Danke, es hat uns auch viel Spaß gemacht.

Wir sehen uns ganz bald wieder!

 

 

Du möchtest mehr über den Internationalen Bund (IB) e. V. und über die IB Freiwilligendienste M-V erfahren? Dann schau gern auf deren Websites vorbei! Die IB Freiwilligendienste M-V findest du auf Instagram unter @ibfreiwilligendienstemv1. Du würdest gern noch mehr über die bunta erfahren und unsere Ausbildungsgänge erfahren? Dann schau gern auf unserer Website vorbei, oder besuch unseren Instagramaccount @buntarostock.

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