BUNTA NEWS

Auf einen Schnack – mit dem IB Jugendclub Bad Doberan #zusammenib (Part 1)

27.04.2026 | Bunta News

Hallo liebe Leserinnen und Leser! Nachdem ihr in „Auf einen Schnack“ bereits unsere Kolleg*innen aus den IB Freiwilligendiensten M-V kennengelernt habt, haben wir uns heute eine weitere besondere Gästin eingeladen – ganz nach dem Motto #zusammenib: Unsere liebe IB-Kollegin Levke! Herzlich willkommen!

Hallo zusammen! Ich freue mich, heute dabei zu sein.

Wir freuen uns auch. Schön, dich auf unserer Interviewcoach begrüßen zu dürfen. Magst du dich unseren Leser*innen einmal vorstellen?

Na klar. Mein Name ist Levke und ich arbeite als Sozialpädagogin stationär für den Jugendclub Bad Doberan.

Bevor wir ins Detail gehen, lass uns gern erst einmal darüber sprechen, was ein Jugendclub eigentlich ist – vor allem für all diejenigen, die mit dem Begriff vielleicht nichts anfangen können. Was seid ihr? Und gibt es verschiedene Arten von Jugendclubs?

Ein Jugendclub ist in den meisten Fällen eine außerschulische Einrichtung, die besonders an die Bedarfe von Kindern und Jugendlichen gerichtet ist. Jugendclubs sind aber nicht alle gleich. Es gibt klassische offene Jugendtreffs, größere Jugendzentren mit vielen Räumen oder auch die mobile Jugend(sozial)arbeit. Manche Einrichtungen arbeiten stark projektorientiert, andere sind vor allem als offener Treffpunkt konzipiert.
Bei uns im IB Jugendclub Bad Doberan können Kinder und Jugendliche beispielsweise unter der Woche freiwillig und ohne Anmeldung zu uns kommen, ihre Freizeit hier verbringen, sich austauschen, aber auch aktiv Beratungsangebote von uns in Anspruch nehmen. Wir verstehen uns als Anlaufstelle, Treffpunkt und auch als verlässliche Bezugspersonen im Alltag der Kinder und Jugendlichen. Neben Freizeitangeboten begleiten wir junge Menschen bei persönlichen Anliegen, unterstützen sie bei schulischen oder beruflichen Fragen und versuchen dabei immer Raum für Beteiligung und Mitgestaltung zu schaffen.

Das klingt nach einem tollen und erfüllenden, aber sicher stellenweise auch herausforderndem Beruf. Wie bist du dazu gekommen, Levke?

Nach meinem Abitur wusste ich tatsächlich noch nicht genau, welchen beruflichen Weg ich einschlagen möchte, nur, dass ich gerne im sozialen Bereich arbeiten würde. Um mir darüber klarer zu werden, habe ich mich für ein FSJ in einer Kita entschieden. Diese Zeit war für mich sehr wertvoll, weil ich dort gemerkt habe, wie viel Freude mir die pädagogische Arbeit macht. Im Anschluss habe ich dann einen Zwei-Fach-Bachelor in Erziehungswissenschaften und Anglistik an der Universität Rostock begonnen. Während des Studiums konnte ich unter anderem durch ein Praktikum beim Jugendamt Einblicke in das Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendhilfe gewinnen. Nach meinem Bachelorabschluss habe ich mich dann noch für einen Master in Bildungswissenschaften mit dem Schwerpunkt „Bildung im Lebenslauf“ entschieden. In dieser Zeit hat sich mein Interesse an der Jugendhilfe weiter gefestigt. Nach dem Master ging dann alles recht schnell. Mir war wichtig, nach dem Studium zeitnah weitere Praxiserfahrungen zu sammeln. Deshalb habe ich gezielt nach Stellen in der Jugend(sozial)arbeit gesucht und mich auf mehrere Positionen beworben. Besonders angesprochen hatte mich dann die Ausschreibung für die Stelle im Jugendclub beim Internationalen Bund (IB) e. V., weil mir die offene Arbeit und der direkte Kontakt zu den Jugendlichen sehr zugesagt haben. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich die Zusage bekam – und jetzt bin ich seit Ende 2021 hier tätig.

Und wir sind sehr froh, dass du Teil des IBs bist. Wir freuen uns auch immer, wenn wir einander besuchen können! Letztes Jahr waren wir bei dir im Jugendclub, um den Jugendlichen unsere bunta und ihre Ausbildungsgänge vorzustellen.

Das stimmt. Das war eine schöne Veranstaltung.

Der Hintereingang vom IB Jugendclub Bad Doberan mit einer kleinen, einladenden Grünfläche, Bänken, Sitzmöglichkeiten und Blumen.

Weiterentwicklung stärken. Kompetenzen fördern. Geschützten Raum bieten.

Ihr habt diese auch super organisiert! Apropos: Ist Bad Doberan euer fester Standort? Wo kann man euch finden?

Genau, wir haben mit dem Jugendclub einen festen Standort, sogar zentral gelegen im Klosterhof 1 in Bad Doberan, direkt neben dem Kornhaus. Mit unserem mobilen Angebot (Mobile Jugendsozialarbeit) haben wir außerdem die Möglichkeit, auch flexibel in der Stadt unterwegs zu sein. Hierbei ist unser Ziel, junge Menschen an ihren Lieblingsplätzen zu erreichen.

Wenn du von jungen Menschen sprichst…Ist das eure Zielgruppe?

Unsere Zielgruppe ist ziemlich vielschichtig. Vom Alter her sind es Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 6 und 26 Jahren aus Bad Doberan und Umgebung. Unsere Hauptzielgruppe im Jugendclub ist aber aktuell eher zwischen 12 und 18 Jahren alt. In den Schulferien kommen uns aber auch vermehrt jüngere Kids besuchen. Und generell richten wir uns natürlich an alle jungen Menschen – unabhängig von Herkunft, Geschlecht und sozialem Hintergrund.

Das ist super. Lass uns nun gern über deine Arbeit sprechen. Wie würdest du deine berufliche Tätigkeit beschreiben?

Ich bin als Sozialpädagogin tätig, das umfasst also vor allem die pädagogische Begleitung, Beratung und Unterstützung von jungen Menschen in ihrem Alltag. Ziel meiner Arbeit ist es, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in ihrer persönlichen Entwicklung zu stärken, ihre sozialen Kompetenzen zu fördern und ihnen einen geschützten Raum zur Entfaltung zu bieten. Zu meinen Arbeitsfeldern gehören beispielsweise die Planung und Durchführung von Freizeit- und Bildungsangeboten, Projektarbeit oder Einzelfallhilfe und Beratung bei individuellen Herausforderungen. Aber auch die enge Zusammenarbeit mit Netzwerkpartner*innen sowie mit Eltern und Schulen aus dem Sozialraum gehören zur täglichen Arbeit. Mein Arbeitsort ist in erster Linie natürlich der Jugendclub selbst als zentraler Treffpunkt. Ich bin aber auch manchmal zusammen mit meiner Kollegin mobil in der Stadt oder an Schulen unterwegs, um uns als Jugendclub vorzustellen. Zusätzlich finden natürlich auch Aktivitäten, wie Ferienausflüge oder Kooperationsprojekte in anderen Einrichtungen statt. Von daher ist das im Großen und Ganzen recht gut ausgeglichen. Es wird auf jeden Fall nicht langweilig.

Das würde vielen von unseren Schüler*innen an der bunta gefallen! Hast du dann überhaupt einen „typischen Arbeitstag“ bei all der Abwechslung?

So einen richtig typischen Arbeitstag gibt es bei uns eigentlich nicht wirklich. Meistens kommen irgendwelche unerwarteten Anrufe oder unvorhersehbaren Dinge in die Quere, die so einen normalen Arbeitstag mal schnell komplett auf links drehen können. Aber natürlich haben wir auch gewisse wiederkehrende Strukturen. In der Regel beginnt mein Arbeitstag mit organisatorischen Aufgaben, wie zum Beispiel E-Mails checken, Dokumentation, Absprachen treffen, Projekte vorbereiten oder Einkäufe erledigen. Im Vormittagsbereich finden dann auch meistens externe Termine, wie zum Beispiel mit Kooperationspartner*innen, statt. Um 13 Uhr wird der Jugendclub geöffnet und dann lasse ich mich überraschen, wer durch die Tür kommt. Ich stehe dann vor allem als Ansprechpartnerin zur Verfügung und je nachdem mit welchen Bedarfen die Kinder und Jugendlichen kommen, werden wir gemeinsam kreativ, spielen beispielsweise Tischtennis oder Gesellschaftsspiele, oder es werden Einzel- bzw. Gruppengespräche geführt. Zudem gibt es unter der Woche auch feste Angebote, die ich betreue. Besonders wichtig ist mir immer, dass die Jugendclub-Besucher*innen alles mitgestalten können. Dazu gehört natürlich aber auch, den Jugendclub sauber und aufgeräumt zu halten. Deshalb wird dann gegen Ende der Öffnungszeit – 18:30 Uhr – versucht, gemeinsam wieder alles aufzuräumen.

Es ist schön, dass du Jugendclub-Besucher*innen aktiv miteinbeziehst.

Partizipation und Mitbestimmung sind bei uns das A und O. Der Jugendclub ist schließlich ihr Raum. Es beginnt oft schon bei kleinen Dingen, wie die Rezeptwahl beim gemeinsamen Kochen oder Backen, und geht bis hin zu größeren Entscheidungen, wie etwa bei der Gestaltung von Räumen oder Anschaffung von neuen Angeboten. Wir fragen regelmäßig nach Ideen und Wünschen und versuchen diese dann gemeinsam umzusetzen.

Wenn du sagst, dass es für dich keinen typischen Arbeitsalltag gibt…Wie sieht dann ein typischer Tag für die Kinder und Jugendlichen bei euch aus?

Ähnlich wie bei uns als Sozialpädagog*innen ist ein typischer Tag bei den Jugendlichen meist auch sehr individuell. Die Teilnahme ist zudem auch freiwillig. Viele Jugendliche kommen nach der Schule vorbei, um erstmal runterzufahren, Freunde zu treffen und sich auszutauschen. Es werden Tischtennis, Tischkicker oder Gesellschaftsspiele gespielt, Musik gehört oder kreativen Aufgaben nachgegangen. Oft entstehen auch spontane Gespräche über persönliche Themen, Schule oder Zukunftspläne. Wir sagen immer: Hier kann jede*r so sein wie sie*er möchte, so lange es niemanden ausgrenzt, verletzt oder beleidigt.

Großartig, das klingt spannend. Wir bleiben dabei: Viele unserer Schüler*innen würden sich für eine Arbeit wie deine sehr interessieren.

Gerade eure angehenden Erzieher*innen! Link einfügen Die bunta sowie der Jugendclub befinden sich in Trägerschaft des IB e. V. und arbeiten somit auf der Grundlage desselben Leitbildes. Darüber hinaus entsteht vor allem immer dann eine Verbindung, wenn Auszubildende der bunta beispielsweise ein Praktikum bei uns im Jugendclub absolvieren möchten. Als Praxisstelle können wir angehenden Erzieher*innen die Möglichkeit geben, theoretische Inhalte aus dem Bereich Soziales mit praktischen Erfahrungen bei uns zu verknüpfen. Und wir als Jugendclub profitieren dann natürlich auch von frischen Impulsen und Ideen der Auszubildenden.

Ja, wir haben diverse Verbindungspunkte – glücklicherweise!

Absolut. Wie vorhin bereits erwähnt, unterstützen wir die Berufsorientierung unserer Jugendlichen, indem wir bei Interesse und Eignung auf die Ausbildungsangebote der bunta aufmerksam machen und beispielsweise euren Infotag – den Tag der offenen Tür – empfehlen. Ein weiterer wichtiger Part unserer Zusammenarbeit ist die gemeinsame Teilnahme am Berufetag einer Doberaner Schule. Dort präsentieren wir uns gemeinsam als IB e. V. und stellen natürlich die jeweiligen Ausbildungsmöglichkeiten und Arbeitsfelder vor.

Ein Freizeitraum vom IB Jugendclub Bad Doberan mit einem Kickertisch

Es macht auch immer große Freude, mit euch zusammenzuarbeiten. Es ist wie ein sprichwörtlicher Handschlag. Lass uns gern den Gedanken verfolgen. Sagen wir, eine Person interessiert sich für die Arbeit im Jugendclub…Wer kann für euch arbeiten?

In einem Jugendclub arbeiten in der Regel pädagogische Fachkräfte, beispielsweise Sozialpädagog*innen, Sozialarbeiter*innen oder Erzieher*innen. Je nach Einrichtung und Träger können aber auch Fachkräfte mit vergleichbaren Abschlüssen in diesem Bereich tätig sein. Bei uns im Jugendclub besteht zudem auch die Möglichkeit Praktika zu absolvieren und auch Ehrenamtliche können projektbezogen mit eingebunden sein.

Und für wen eignet sich dieser Beruf? Was sollte diese*r Interessent*in mitbringen?

Meiner Meinung nach eignet sich die Arbeit im Jugendclub besonders für Menschen, die Freude an der Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen haben und bereit sind, sie in ihrer Entwicklung zu begleiten. Ebenso wäre es von Vorteil, wenn man flexibel und belastbar ist. Auch sollte die Person eine ordentliche Portion Empathie und Einfühlungsvermögen mitbringen. Geduld und Kommunikationsfähigkeit sind ebenfalls wichtig, genauso wie Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Kreativität.

Liebe Levke, vielen Dank für diesen ersten Einblick! Im nächsten Teil unseres Interviews wird es dann konkret um die Rolle eines Jugendclubs gehen – im Leben der jungen Menschen sowie in der Gesellschaft. Auch schauen wir uns natürlich die Arbeit im Jugendclub nochmal genau an: Welche Angebote gibt es? Welche Chancen bietet ein Jugendclub? Mit welchen Herausforderungen werdet ihr konfrontiert? Undunundund. Wir sind schon ganz gespannt!

Ich auch! Ich freue mich auf alle weiteren Fragen!

Und damit ihr Levkes Antworten auf diese nicht verpasst, schaut gern regelmäßig in unseren bunta Blog rein. Auch auf unserem Instagramaccount bunta_rostock kündigen wir unsere neuen Blogbeiträge an! Levke und den IB Jugendclub Bad Doberan findet ihr ebenfalls auf Instagram: @ib_jugendclub_baddoberan

Ihr möchtet mehr über die bunta und unsere Ausbildungsgänge erfahren? Dann besucht gern unsere Website. 

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