„Auf einen Schnack“ ist eines unserer liebsten Blogformate, da wir hierbei mit den verschiedensten Menschen in Kontakt kommen und einen Einblick in ihr (Berufs-)Leben erhalten. Doch wir müssen gestehen, dass wir heute besonders aufgeregt sind, denn heute haben wir Cecile zu Gast auf unserer Interviewcouch. Cecile hat vor fast einem Jahr ihren Abschluss an unserer bunta gemacht und ist seitdem als Erzieherin tätig. Wir sind gespannt auf ihre Erfahrungen, ihren Weg nach der Ausbildung und ihre persönlichen Einblicke in die Ausbildungszeit. Liebe Cecile, herzlich willkommen – schön, dass du da bist!
Ich freue mich auch sehr! Hallo zusammen!
Das letzte Mal haben wir uns an deiner Feierlichen Zeugnisübergabe gesehen. Kaum zu glauben, dass das fast ein Jahr her ist.
Es ist so verrückt, oder?!
Total. Kannst du dich noch an deinen ersten Schultag erinnern?
Ja! Das, was mir am meisten im Gedächtnis geblieben ist, war die Erkenntnis, dass eine Ausbildung deutlich mehr Einsatz und Engagement erfordert, als ich ursprünglich gedacht hatte. Mir wurde sehr schnell klar, dass dieser Weg anspruchsvoll sein würde und dass man wirklich bereit sein muss, Zeit und Energie zu investieren.
Das stimmt. Und was du einen Weg bei uns gegangen bist!
Genau. Mittlerweile bin ich 22 Jahre alt und arbeite als Erzieherin, aber ich habe vor Jahren an der bunta meinen Berufsweg mit der Berufsreife gestartet. Als erstes habe ich meine Ausbildung zur Kinderpflegerin absolviert. Dann folgte die Ausbildung zur Sozialassistentin und schließlich die zur Erzieherin.
Du bist den kompletten Bildungsweg bei uns durchlaufen – und das erfolgreich! War die Möglichkeit, dass du bei uns mit der Berufsreife starten und dich hoch bis zur Erzieherin ausbilden lassen kannst, der Grund, warum du dich für die bunta entschieden hast?
Ja, richtig. Die bunta war in Mecklenburg-Vorpommern die einzige Schule, die den Ausbildungsgang Kinderpflege angeboten hat. Da ich zu diesem Zeitpunkt die Berufsreife hatte, war dieser Weg für mich die Möglichkeit, Schritt für Schritt meinem Ziel näherzukommen: Erzieherin zu werden.
War das schon immer dein Ziel?
Ja, dieses Ziel hatte ich von Anfang an. Für mich stand schon zu Beginn fest, dass ich später als Erzieherin arbeiten möchte.
Und du hast es geschafft! War dein weiterer Weg nach dem Abschluss von Anfang an klar?
Nicht vollständig. Mein beruflicher Weg hat sich Schritt für Schritt entwickelt. Während meiner Praktika und durch Bewerbungen hat sich schließlich ergeben, wohin es für mich weitergeht. Nun ist mein Arbeitsalltag als Erzieherin sehr abwechslungsreich und bunt. Ich arbeite mit unterschiedlichen Altersgruppen zusammen: mit Krippenkindern, Kindergartenkindern und auch mit Vorschulkindern. Am Ende des Tages komme ich oft müde und erschöpft nach Hause, weil der Beruf viel Energie verlangt. Gleichzeitig erfüllt mich diese Arbeit sehr, weil ich merke, dass meine Arbeit geschätzt wird und dass die Kinder gerne Zeit mit mir verbringen – auch wenn sie mich manchmal natürlich auch herausfordern.
Konnte dich die Ausbildung an der bunta gut darauf vorbereiten?
Absolut. Ich nutze sehr viele Inhalte aus meiner Ausbildung im Berufsalltag. Vieles davon ist inzwischen ganz selbstverständlich geworden, weil ich es täglich anwende. Viele Methoden, Herangehensweisen und pädagogische Grundlagen aus der Ausbildung helfen mir heute noch in der Arbeit mit den Kindern. Aber die Ausbildung hat mir nicht nur berufliche Kenntnisse vermittelt, sondern mir auch viele Dinge für mein persönliches Leben beigebracht. Ich habe so viel gelernt, dass ich darüber fast ein ganzes Buch schreiben könnte.
Und wir würden es definitiv lesen. Es klingt auch so als würdest du deinen Beruf wirklich lieben.
Das tue ich auch, trotz der Anstrengungen. Am meisten begeistert mich die Freude der Kinder. Kinder wirken oft klein und unscheinbar, aber wenn man sie genauer beobachtet, merkt man schnell, wie klug, kreativ und geschickt sie sind. Manchmal erinnern sie mich sogar an Mini-Erwachsene.
Hahaha, das ist wirklich ein treffender Vergleich! Danke für diesen tollen Einblick in deinen jetzigen Beruf. Bist du bereit, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen?
Oh ja, gern!
Fangen wir soft an: Wie würdest du deine Schulzeit in drei Worten beschreiben?
Chaos, Weiterentwicklung und Arbeit.
Gab es einen Moment, ein Projekt, oder eine Person während deiner Ausbildung, die dich nachhaltig geprägt hat?
Das ist für mich eine schwierige Frage, weil mich während meiner gesamten Ausbildungszeit viele Menschen beeinflusst haben. Besonders während meiner Ausbildungen zur Kinderpflegerin und zur Sozialassistentin waren es vor allem die Lehrkräfte, die mir viele Inhalte vermittelt und auch meine Sicht auf manche Dinge verändert haben. Durch das Lernen habe ich ein anderes Verständnis für viele Situationen entwickelt und gelernt, Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Am prägendsten war für mich jedoch die zweijährige Ausbildung zur Erzieherin. In dieser Zeit haben mich sowohl meine Lehrkräfte als auch meine Klassenkamerad*innen stark beeinflusst. Besonders eine Mitschülerin, mit der ich eine Projektarbeit gemacht habe, hat mich sehr motiviert und mir gezeigt, wie man Aufgaben kreativer angehen und auch anders formulieren kann. Insgesamt haben mich viele Menschen in dieser Zeit positiv geprägt und mir neue Perspektiven gezeigt.
Das klingt wirklich schön. Sicher hast du dich in dieser Zeit auch weiter kennengelernt und entwickelt.
Definitiv. Während der Ausbildung habe ich viele Fähigkeiten entdeckt, von denen ich vorher gar nicht wusste, dass ich sie habe. Dazu gehören vor allem Kompetenzen im Umgang mit Kindern, Kommunikationsfähigkeit, Geduld sowie die Fähigkeit, Situationen genauer zu beobachten und einzuordnen. Insgesamt habe ich sehr viel über mich selbst gelernt.
Das sind alles sehr wichtige und großartige Kompetenzen und Fähigkeiten. Sich selbst wachsen zu sehen, ist ein schönes Gefühl. Hat dir das auch geholfen, mit schwierigen Phasen umzugehen?
Ja. Natürlich gab es auch schwierige Phasen und Momente, in denen ich gezweifelt habe. Teilweise habe ich mich gefragt, ob der Weg zur Erzieherin wirklich der richtige für mich ist, weil die Ausbildung anspruchsvoll war und viele neue Herausforderungen mit sich gebracht hat. Trotzdem habe ich weitergemacht, weil mir mein Ziel wichtig war und ich mir immer wieder bewusst gemacht habe, warum ich diesen Beruf eigentlich lernen wollte.
Das muss ein unglaublicher Moment gewesen sein, als du dein Zeugnis in den Händen gehalten hast und wusstest: Ich habe es geschafft.
Absolut. Meine Gefühle waren sehr gemischt. Einerseits war ich erleichtert, weil ich die Ausbildung geschafft hatte und nicht mehr ständig beweisen musste, wie sehr ich diesen Beruf wirklich will – auch wenn ich schnell gemerkt habe, dass das Lernen und Wachsen eigentlich nie aufhören. Andererseits war ich auch sehr traurig. Man sieht plötzlich viele Menschen nicht mehr täglich: die Lehrkräfte, die Mitschülerinnen und Mitschüler oder auch die Kinder aus den Praktika. Außerdem hängen an dieser Zeit viele Erinnerungen. Wenn ich heute daran zurückdenke, macht mich das immer noch traurig.
Ja, so einen langen und wichtigen Lebensabschnitt hinter sich zu lassen, geht oft mit einem lachenden und einem weinenden Auge einher.
Genau, aber am Ende hat der Abschluss mir im Grunde alle Türen geöffnet, die ich mir für meinen beruflichen Weg gewünscht habe.
Bevor wir einen Blick in deine Zukunft werfen, haben wir noch eine Frage dazu für dich: Was würdest du deinem früheren Ich während der Schulzeit sagen?
Ich würde mir sagen: „Du wächst da hinein. Du machst das gut – mach einfach weiter und gib nicht auf. Du kannst dir noch gar nicht vorstellen, wie sehr dir dieser Beruf einmal das Herz aufgehen lässt. Und genau in diesem Moment wirst du merken, dass es der richtige Weg für dich war.“
Das ist wirklich toll, Cecile. Hast du auch einen Rat an unsere jetzigen und zukünftigen Schüler*innen – als Expertin sozusagen?
Hahaha, ja. Ich sage immer: Zieht die Ausbildung durch, selbst wenn ihr später merkt, dass ihr vielleicht einen anderen Weg gehen möchtet. Ein Abschluss bringt viele Vorteile mit sich, zum Beispiel die Mittlere Reife oder die Fachhochschulreife, die ihr an der bunta nachholen könnt. Das eröffnet euch auch weitere Möglichkeiten, wie ein Studium oder andere Ausbildungen. Für alle, die in dem Beruf bleiben möchten, kann ich nur sagen: Glaubt an euch. Man wächst mit der Zeit in den Beruf hinein und es muss nicht von Anfang an alles perfekt laufen. Fehler gehören dazu. Wichtig ist, dass ihr euch Mühe gebt und dranbleibt – am Ende merkt man, wie erfüllend die Arbeit mit den Kindern sein kann.
Das werden wir definitiv an unsere Schüler*innen weitergeben. Vielleicht lesen viele von ihnen bereits dein Interview.
Das wäre schön.
Aber wie versprochen, möchten wir auch nochmal in die Zukunft schauen. Wir sind ganz gespannt: Welche Ziele oder Träume hast du aktuell?
Beruflich würde ich irgendwann gerne eine eigene Gruppe leiten, auch wenn ich jetzt schon merke, wie viel Verantwortung das mit sich bringt. Privat habe ich auch noch einige Wünsche und Ziele, zum Beispiel mehr zu reisen und einfach noch verschiedene Dinge im Leben zu erleben.
Und so wie wir dich kennen, sind wir uns sicher, dass du all das erreichen wirst. Liebe Cecile, wir sind am Ende deines Interviews angekommen. Natürlich haben wir eine letzte Frage an dich: Was hat dir die Schule fürs Leben mitgegeben?
Auch wenn der Weg manchmal schwierig war und es zwischendurch viele anstrengende oder chaotische Momente gab, erinnere ich mich heute vor allem an die positiven Erfahrungen – besonders an das letzte Jahr, das intensivste von allen, weil dort alle gemeinsam ein Ziel hatten: Erzieherin bzw. Erzieher zu werden.
Cecile, vielen lieben Dank für dieses tolle Interview. Es war schön, dich wiederzusehen und wir sind uns sicher, dass du einige Leser*innen da draußen dazu inspirieren konntest, an sich und ihre Träume zu glauben. Du bist zu uns mit der Berufsreife gekommen und arbeitest nun als Erzieherin – das ist wirklich super und eine große Leistung!
Vielen Dank euch!
Ihr möchtet mehr über die bunta und unsere Ausbildungsgänge erfahren? Dann besucht gern unsere Website! Hier erfahrt ihr, wie ihr auch mit der Berufsreife Erzieher*in werden könnt. Schaut euch auch gern auf unserem Instagramaccount bunta_rostock um. Wir haben mit Cecile Videos über ihre Zeit an der bunta gedreht.

